Das Diesel-Desaster: 10 Fragen, die unbeantwortet sind.
Ein Beitrag von Christoph Barthe, AfD-Bezirk Eimsbüttel.

Wegen zu hoher Jahresmittelwerte der Stickstoffdioxid(NO2)-Konzentration gibt es in Hamburg ab Ende April in der Stresemannstraße und der Max-Brauer-Allee Durchfahrtsbeschränkungen für ältere Dieselfahrzeuge, in der Max-Brauer-Allee für LKW und PKW in der Stresemannstraße nur für LKW.
1. Warum Hamburg? In Stuttgart, München, Köln wurden an Hauptstraßen höhere NO2-Werte gemessen (siehe Tabelle). Wenn man dort noch mit Fahrverboten warten kann, warum nicht auch in Hamburg?
2. Warum in der Stresemannstraße? In der Stresemannstraße kann lt. Luftreinhalteplan (LRP) der Grenzwert auch ohne Fahrverbot bereits in 2020 eingehalten werden. In anderen Straßen wurde deshalb auf ein Fahrverbot verzichtet. Warum nicht auch in der Stresemannstraße?
3. Warum in der Max-Brauer-Allee? In der Max-Brauer-Allee war der Messwert schon in 2017 niedriger als der für 2020 prognostizierte Wert. Kann man dann nicht erwarten, dass der Grenzwert in 2020 auch ohne Fahrverbot eingehalten werden kann?
4. Wird die Luft durch Fahrverbote wirklich sauberer? Fahrverbote in einzelnen Straßen führen zu Umwegen und damit insgesamt zu mehr Verkehr und mehr Abgasen. Im LRP wird argumentiert, in den Ausweichstraßen würde der Grenzwert eingehalten. Trotzdem werden die Fahrtstrecken insgesamt länger und die Luft wird schlechter.
5. Wer ist überhaupt betroffen? An den Hauptstraßen, an denen der Grenzwert überschritten wird, hält sich im Jahresmittel niemand lange genug auf, um davon betroffen zu sein.
6. Warum fehlen im Luftreinhalteplan Messwerte für Anwohner? Im LRP wird angenommen, dass jeder Anwohner eines Straßenabschnitts mit zu hoher NO2-Konzentration selbst auch einer zu hohen Konzentration ausgesetzt ist. Messergebnisse, die diese Annahme stützen, wurden aber nicht veröffentlicht.
7. Warum dann noch Dieselfahrverbote? Am Neckartor in Stuttgart hat man bei 82 μg/m3 an der Straße im angrenzenden Gebäude des Amtsgerichts nur Werte von 20 bis 30 μg/m3 gefunden, also Werte deutlich unter dem Grenzwert von 40 μg/m3. Messwerte an einer Hauptstraße sind also für die Konzentration in angrenzenden Gebäuden nicht repräsentativ, also auch nicht für die Belastung von Anwohnern.
8. Sind Dieselfahrverbote verhältnismäßig? Nein, wenn niemand von einer Grenzwertüberschreitung betroffen ist, gibt es keinen Grund mehr für ein Fahrverbot.
9. „Geht bei den Stickoxid-Messungen alles mit rechten Dingen zu? Der Verdacht: Bewusst straßennah aufgestellte Luft-Messstationen weisen mehr Grenzwert-Überschreitungen aus als nötig.“ (BILD-Zeitung 30.03.2018)
10. „Sind wir die Messdeppen der EU?“ (BILD-Zeitung am 30.03.2018)

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